P-XTRACT

Regionale Klärschlammverwertung mit integrierter Phosphorrückgewinnung
P-XTRACT

Das P-XTRACT Projekt


Das P-XTRACT Projekt ist mehr als die Pilotierung eines innovativen Verfahrens zur Rückgewinnung von Phosphor. Auch deshalb wird es vom EFRE-Programm Baden-Württemberg 2014 bis 2020 und mit zusätzlichen Landesmitteln gefördert. Es folgt der Innovationsstrategie Baden-Württemberg (Fortschreibung 2020). Im P-XTRACT Projekt stehen die regionale sowie die innovative Klärschlammverwertung und Rückgewinnung von Phosphor im Vordergrund.


Gefördert von der Europäischen Union und dem Land Baden-Württemberg.
Gefördert von der Europäischen Union und dem Land Baden-Württemberg.

Die herausragenden Merkmale des Projekts in diesem Zusammenhang sind:


  • Der Zusammenschluss von 7 kommunalen Kläranlagenbetreibern der Gemarkungen Neuenburg, Breisach, Vogtsburg auf Basis eines Öffentlich-Rechtlichen Vertrags. Insgesamt liegt die Ausbaugröße der im Projekt zusammengefassten Kläranlagen bei 346.800 EW (EW=Einwohnerwert). Die Kläranlage des AZV Staufener Bucht ist mit 114.000 EW (Planfeststellung 140.000 EW) die größte Anlage und daher als Standort am besten geeignet. Hier können die meisten Synergien geschöpft werden.
  • Die Auslegung der Verwertungsanlage auf einen regionalen Maßstab zur Minimierung der Immissionen und Verkehrsbelastung im Umkreis der Anlage. Der Leitgedanke dabei ist: so klein wie möglich – so groß wie nötig.
  • Der regionale Bezug der Projektpartner aus Wirtschaft und Forschung.
  • Die Ausnutzung vorhandener Synergien in sehr vielen Bereichen sorgt für eine bessere Effizienz und eine minimale Inanspruchnahme von Flächen, Verkehr, Gebäuden und Personal. Deswegen ist das Projekt wirtschaftlich darstellbar.
  • Das Projekt ist Umlagen, bzw. Gebühren finanziert und führt zu keinen Mehrkosten gegenüber den bisherigen Ausgaben zur ordnungsgemäßen Klärschlammverwertung. Es sind keine Gewinnerzielungsabsichten vorhanden. Aufwendungen, einschließlich für den Antransport des Klärschlamms und ggfs. Erträge werden auf die gesamten behandelten Klärschlammmengen umgelegt. Durch die Förderung werden der zusätzliche Aufwand für die begleitende Forschung und den Pilotcharakter der Anlage getragen.

Das P-XTRACT-Verfahren


Das P-XTRACT®-Verfahren beruht auf der bewährten Technologie der Wirbelschichtverbrennung von Klärschlamm unter Zugabe von bestimmen (Erd-)Alkali Additiven und speziellem Wirbelschichtbettmaterial. Durch die zweistufige Verbrennung in einer reduzierenden und oxidierenden Atmosphäre wird die Überführung von Schwermetallen in die Gasphase erhöht, sodass die P-haltige Asche im Rauchgas als Flugasche mitgerissen und bei möglichst hohen Temperaturen > 700°C aus dem Rauchgas abgeschieden wird. Schwermetalle verbleiben maßgeblich in der Gasphase und werden bei niedrigeren Temperaturen in der nachfolgenden Rauchgasreinigung abgeschieden.

P-XTRACT® ist eine eingetragene Wortmarke der Wehrle Werk AG, Emmendingen


P-XTRACT-Verfahrensfliesbild

Ebenso wird durch den P-XTRACT® Prozess die Pflanzenverfügbarkeit des Phosphors in der ausgeschleusten Asche durch die speziell am Produkt ausgerichtete Brennstoff-Konditionierung, Additivzugabe und Verbrennungsführung gegenüber konventionellen Monoverbrennungsaschen verbessert.


Die P-XTRACT Pilotanlage


Ausgelegt ist die P-XTRACT Pilotanlage mit einem Brennerdurchsatz von 0,72 Mg/h (TS ca. 25 %) und einer Reisezeit, bzw. Jahresstunden von 8000 h. Damit können sicher die jährlich aus dem Einzugsgebiet der 7 Kläranlagen stammenden Klärschlämme (11.200 Mg/a bei ca. 23,5 % TS) in dieser Anlage verwertet werden.

Das Verfahren stellt eine Weiterentwicklung der Verbrennung von Klärschlamm in einer Wirbelschicht dar, die in den letzten Jahren intensiv von unserem Projektpartner der Wehrle Werk AG, Emmendingen verfolgt und im Projekt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden Würtemberg, ZSW wissenschaftlich begleitet wird. Unterstützung in der wissenschaftlichen Begleitung erhält unser Projekt im Bereich der chemischen Grundlagen und Analytik vom Institut für anorganische- und analytische Chemie der Universität Freiburg.

Der Projektablauf


JANUAR BIS JUNI
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Auswahl und Analysen geeigneter Additive in Labor und Technikumsanlage (15 kWth), Ausarbeitung Genehmigungsunterlagen.


SEPTEMBER
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Beginn des Anlagenbaus

DEZEMBER
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Warm-Inbetriebnahme

JUNI
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Abschluss des Projekts

AB JULI
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Regelbetrieb der Anlage

Genehmigung der Anlage


Es handelt sich hier um ein Vorhaben, das einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung nach Ziffer 8.1.1.4 des Anhangs 1 der 4. BImSchV (Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen) bedarf und zudem gemäß § 7 Abs. 1 UVPG (Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung) i.V.m. Ziffer 8.1.1.3 der Anlage 1 zum UVPG einer allgemeinen Vorprüfung zur Feststellung der UVP-Pflicht unterliegt.

Für das Projekt sind im Vorfeld eine Vorantragskonferenz (27.6.2019) und in der Folge umfangreiche Untersuchungen im Rahmen einer allgemeinen Vorprüfung zur Feststellung der UVP-Pflicht durchgeführt worden. Die Ergebnisse der Eingriffs-Ausgleichsbewertung, Natura 2000-Verträglichkeitsvorprüfung, Umweltverträglichkeitsvorprüfung liegen vor. Nach Einschätzung der genehmigenden Behörde sind durch das geplante Vorhaben keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten (UVP-Vorprüfung).

Fragen und Antworten zum P-XTRACT Projekt


Adresse

AZV Staufener Bucht
Basler Straße 49
79189 Bad Krozingen
07633 / 92339-0


Über uns

Am 6. September 1967 schließen sich 24 Gemeinden aus den Landkreisen Freiburg und Mühlheim zusammen, um Grundwasser und Fließgewässer zu schützen. Mehr lesen